Februar 2026
Mittwoch, 25. Februar 2026 , um 20 Uhr
Kino-Center . Vor dem Kremper Tor 5 . Neustadt
Melt
Schnee und Eis soweit das Auge reicht. Im Film von Nikolaus Geyrhalter taucht man ein in eine weiße Welt. Der Filmemacher hat spektakuläre Schauplätze quer über die Kontinente aufgesucht. Von der Arktis zur Antarktis, von den Alpen zu anderen Hochgebirgen, die derzeit noch ganzjährig schneebedeckt sind. An all diesen Orten hat er Menschen getroffen, die tagtäglich in diesen Landschaften leben und forschen. Seine Protagonist*innen berichten vom Rückgang des Schnees, von schmelzenden Gletschern und zunehmenden Extremwetterlagen. Davon, wie sie den Klimawandel bei der Arbeit und in ihrem Alltag zunehmend spüren. „Melt“ erzählt vom Verschwinden des doch nicht so ewigen Eises. Gefilmt in den Jahren 2021 bis 2025, fängt er gewaltige Momentaufnahmen für die Archive von morgen ein und stellt damit die großen drängenden klimapolitischen Fragen.
Regie: Nikolaus Geyrhalter . Österreich 2025 . 125 Minuten
März 2026
Dienstag, 10. März 2026, um 20 Uhr
Kino-Center . Vor dem Kremper Tor 5 . Neustadt
Sentimental Value
Als Schauspielerin ist Nora (Renate Reinsve) erfolgreich, ihr Privatleben hält sie jedoch für eine Katastrophe. Einen Grund dafür sieht sie auch in ihrem Vater Gustav (Stellan Skarsgård), der die Familie und die Villa Borg verlassen hat. Ausgerechnet auf der Trauerfeier für die verstorbene Mutter taucht der Vater in dem alten Haus wieder auf. Gustav war einst ein erfolgreicher Filmregisseur, seine Karriere ist ins Straucheln geraten. Jetzt hat er ein neues Drehbuch geschrieben und will unbedingt Nora für die Hauptrolle engagieren. Nora lehnt kategorisch ab. Per Zufall kann Gustav den Hollywood-Megastar Rachel Kemp (Elle Fanning) für den Part gewinnen… „Sentimental Value“ wird als Meisterwerk gelobt, das die Unfähigkeit zur Kommunikation innerhalb der Familie thematisiert. Der Spielfilm wurde mit 6 Europäischen Filmpreisen ausgezeichnet und ist für 9 Oscars nominiert.
Regie: Joachim Trier . Norwegen, Schweden 2025 . 133 Minuten
Mittwoch, 25. März 2026, um 20 Uhr
Kino-Center . Vor dem Kremper Tor 5 . Neustadt
Astrid Lindgren – Die Menschheit hat den Verstand verloren
Als noch unbekannte Autorin war Astrid Lindgren eine Chronistin des Zweiten Weltkrieges. Ihre Kriegstagebücher, die zwischen 1939 und 1945 entstanden sind, lagen 70 Jahre lang verborgen in einem Wäscheschrank in ihrem Schlafzimmer. Sie wurden erst 2015 veröffentlicht und in über 20 Sprachen übersetzt. Die Tagebucheinträge sind eindrückliche Beschreibungen des Schreckens der Diktatur und des Terrors aus der Sicht einer Mutter und frühen Feministin. Astrid Lindgren fordert darin leidenschaftlich Mitmenschlichkeit, Frieden und Gleichberechtigung. Der Filmemacher Wilfried Hauke ergänzt die Tagebuchtexte mit Archivmaterial und Spielszenen. Aktuelle Aufnahmen von Lindgrens Angehörigen, von ihrer heute 90-jährigen Tochter Karin Nyman, ihrer Enkelin Annika Lindgren und ihrem Urenkel Johan Palmberg geben Einblicke in Lindgrens Familienleben.
Regie: Wilfried Hauke . Deutschland , Schweden 2025 . 98 Minuten
April 2026
Dienstag, 14. April 2026, um 20 Uhr
Kino-Center . Vor dem Kremper Tor 5 . Neustadt
Ein einfacher Unfall
Der aserbaidschanische Automechaniker Vahid wurde einst vom iranischen Regime inhaftiert und immer wieder mit verbundenen Augen verhört und gefoltert. Eines Tages betritt ein Mann namens Eghbal seine Werkstatt. Das Quietschen seiner Beinprothese lässt Vahid glauben, einen seiner früheren Peiniger wiederzuerkennen. Aus Rache kidnappt er den Mann und gräbt ihm ein Grab in der Wüste. Das geschieht im Affekt, aber dann beginnt Vahid zu denken. Ein kurzer Moment des Zweifels und er kann seine Rache nicht vollziehen. Was als schnörkellos inszenierter Thriller beginnt, weitet sich bald zu einer raffinierten Parabel. Denn es ist seine Menschlichkeit, seine Fähigkeit zu zweifeln und sich einzufühlen, die Vahid erst so richtig reinreißt – und mit ihm weitere Personen. „Ein einfacher Unfall“ erhielt 2025 die Goldene Palme in Cannes und ist für den Oscar nominiert.
Regie: Jafar Panahi . Iran, Frankreich, Luxemburg 2025. 104 Minuten
Mittwoch, 22.April 2026 , um 20 Uhr
Kino-Center . Vor dem Kremper Tor 5 . Neustadt
Silent Friend
Im Botanischen Garten in Marburg steht ein mehr als 100 Jahre alter Gingkobaum – ein stiller Beobachter leiser Veränderungen im Leben dreier Menschen: Der Neurowissenschaftler Tony (Tony Leung Chiu-wai) untersucht in Hongkong die Gehirnströme von Säuglingen und wird als Gastprofessor an die Philipps-Universität eingeladen. Sein Unterricht wird von der Pandemie unterbrochen. Im Lockdown setzt er seine Forschungen an dem Gingkobaum fort. Ein Jahrhundert zuvor wird Grete (Luna Wedler) in Marburg als erste Frau zum Biologiestudium zugelassen und trotzt dort dem frauen- und sexualfeindlichen Klima. Anfang der 1970er Jahre verliebt sich der Studienanfänger und Außenseiter Hannes (Enzo Brumm) in seine Mitbewohnerin und setzt in den Semesterferien deren Experimente mit einer empfindsamen Geranie fort. Jede der Episoden mündet in unerwartete Erkenntnisse.
Regie: Ildikó Enyedi . Österreich, Ungarn, Frankreich 2025 . 147 Min.